Naked Lunch – "Universalove Soundtrack"
Tracklisting
Credits
all songs written by oliver welter
music by stefan deisenberger/oliver welter/herwig zamernik
Published by copyright control; Edition Opal/BMG Publishing;
recorded at the fuzzroom, klagenfurt by herwig zamernik and at partnervermittlung offenzeller, vienna by stefan deisenberger in 2008
mixed by herwig zamernik
mastered by herwig zamernik
produced by naked lunch
Info
Vorneweg, labeltypische Angeberei:
Universalove hat in Saarbrücken 2009 den MAX OPHÜLS PREIS 2009 für die Beste Regie gewonnen. Welchen stellenwert die Musik hat, die ausnahmslos und eher im Vorbeigehen von Naked Lunch geschrieben wurde, geht am ehesten aus der Saarbrücker Jury begründung hervor.
"Ein Film, der in Marseille spielt, in Brasilien, Belgrad, Tokio, Luxemburg und New York. Thomas Woschitz nimmt uns in "Universalove" mit auf eine große Reise und wirft an allen Schauplätzen einen lebensklugen Blick auf die Liebe, auf die Verwirrungen, dieVerrücktheiten und Vergeblichkeiten der Liebe. Eine atemlose, vibrierende Odyssee zur Musik von Naked Lunch, die kein geschmacksverstärkender Soundtrack ist, sondern eine Hauptrolle spielt. Thomas Woschitz entwickelt in seinem virtuos verschränkten Episodenfilm aus der Ästhetik der Musikvideos eine junge, eigensinnige Erzählweise. Jeder seiner Figuren schenkt er einen je eigenen Bilderkosmos, einen eigenen Rhythmus, eine eigene Atmosphäre. Und am Ende hält die Welt vor lauter Liebe für einen Augenblick den Atem an."
Hier der Weg, gezeichnet von THOMAS EDLINGER (FM4) , zu Album, Film und Künstlern:
Die Mathematik der Soziologie sagt uns: Liebe ist "eine ganz normale Unwahrscheinlichkeit" (Niklas Luhmann). Ihre Verteilung auf der Welt ist -wahrscheinlich - so gleichmäßig wie zufällig. In "Universalove" finden sie Thomas Woschitz und Naked Lunch in den Städten New York, Rio de Janeiro, Tokio, Marseille, Belgrad und Luxemburg. Die urbanen Räume, von den Straßen Brooklyns über die Stadtbrachen Belgrads und den Wohnsilos von Marseille bis zu dem im Sonnenlicht leuchtenden Strand von Rio werden dabei zu Kreuzungspunkten des Begehrens in einem magischen Realismus, der das Wunderbare in den Alltag einbettet. Er schafft Gesichter voller Sehnsucht, die uns verzaubern: der lang anhaltende Blick einer junge Frau am Moped zum Beispiel, oder ein zarter, alles herum vergessen machender Kuss einer Frau aus den Favelas Rios, den ein im Zynismus fast ertrinkender TV-Star mitten im Dreh einer Telenovela-Szene empfängt wie eine erlösende Gabe. Es geht, oft aufgelöst in Nahaufnahmen und in vielen subtilen Gesten, um stille Träume und um rasende Angst, um Liebe und Verletzung, um Stärke und Schwäche. Um das Spiel von Nähe und Distanz, um Romantik und Tragik, um die Heiterkeit, den Tod - und um das ewige Weitermachen in Beziehungen, die gleichzeitig nicht enden und nicht besser werden wollen.
Die sechs Episoden werden lose, nur durch den Schnitt und den Sound ineinander verwoben. Sie wollen sich nicht am Ende zu einem großen Ganzen fügen, sondern lassen sich als narrativ elliptisches und emotional verdichtetes Kino der Empfindsamkeit lesen. Das Fragmentarische, Flüchtige der auf die Momente der Intensität hin verdichteten Skizzen zu einem "ewigen" Thema erscheint darin programmatisch. Manches bleibt dadurch im Halbdunkel der Andeutung bzw. offen für atmosphärische Assoziationen mit Versatzstücken des Weltkinos.
Es geht in "Universalove", wie im Schlager, wie in der Oper, um die großen Gefühle. Doch was dabei herauskommt, ist nach Ansicht des Regisseurs ein Musical für Leute, die sich sonst keine Musicals ansehen. Die obligatorische Nummernrevue im Musical, die die Körper in Tanz und Bewegung setzt, wird hier durch einen in Feinabstimmung mit den filmischen Szenen entstandenen und bis ins Detail nachjustierten Score von Naked Lunch ersetzt. Die exakt getimte Musikeinwürfe orchestrieren und strukturieren den Film. Sie werden nach Möglichkeit live zur Projektion eingespielt und erzeugen dadurch eine nicht zuletzt mediale Reibung zwischen den teilweise effektbeladenen, artifiziellen Bildern und der performativen Direktheit und Wucht eines hochkonzentrierten Rocksets. Dieses lebt von der Dynamik eines sich häufig aus anschwellenden Ambient-Etüden herausschälenden, unversehends rhythmisch angetriebenen (Chor-)Gesangs der in den kurzen dramatischen Bögen imstande ist, zwischen glockenheller Hymnik und aufgerauhter, müder Melancholie zu vermitteln. Song- und Soundminiaturen sind sorgfältig mit dem Sound der Filmszenen abgemischt, schlucken diese manchmal zur Gänze in den lauteren, eruptiven Passagen und lassen dann doch wieder Bilder und die Menschen darin buchstäblich atmen. So entstehen die atmosphärische Anschlüsse an und Überblendungen von einzelnen Episoden.
"Come closer where we are", singt Oliver Welter einmal, und wie zum Trotz entfernt sich ein Mann auf der nächtlichen Straße. Ein anderes Mal weitet sich die urbane Szene rund um einen heimlich in das girl next door verliebten Drifter in eine Wong Kar-Wei-bunte Tokio-Kamerafahrt, die irgendwann den Blick auf die Menschen in der lichtzuckenden Skyline verliert: "All my life I am waiting", klagt ein Song. Er könnte von jedem von uns sein.
THOMAS EDLINGER, "FM4"
Labelcontact: Yvonne Wagner, 0049-30-44318015; yw@louisville-records.de
www.louisville-records.de
www.nakedlunch.de
www.maximilianhecker.com
www.myspace.com/nakedlunchmusic
www.universalove.com






